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Theater
des Augenblicks


Uraufführung:
23. Jänner 2001

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Kritik von Univ. Prof.
Dr. Karl Müller

 

 

"Alois der Taugenichts" ist ein Stück über die Persönlichkeit von Thomas Bernhards unbekannten Vaters, aber auch ein Stück über tiefe Leidenschaft, aufwühlend und gleichzeitig komisch. Ein Stück über einen Lebenskünstler, der in seinem gewöhnlichen Leben trotz Armut, Einsamkeit und Alkoholismus die Kunst kultivierte, ein freier Mann zu sein.

BERLIN 1939
2 Akte, im selben billigem Hotelzimmer


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1- Hedwig (Marion Rottenhofer), die deutsche Frau von Alois (Horst Heiß), schrieb ihrem Vater, dass sie sich von Alois scheiden lassen will und nach Hause, nach Frankfurt/Oder, zurück kommen möchte: Er ist nie zu Hause, niemals verantwortungsvoll und immer betrunken. Sie liebt ihn immer noch, doch sie ist erschöpft und in Berlin gibt es nichts zu essen, keine Milch für ihr Kind.
Ein Freund (Gernot Piff) Alois kommt um ihn zu einem vereinbarten Treffen mit einem Polen abzuholen, für einen eventuellen Job. Hedwig erzählt ihm, dass Alois seit drei Tagen nicht zu Hause erschienen sei und dass sie ihn verlassen wird. Alois kommt heim und weigert sich mit seinem Freund wegzugehen, sowie Hedwig zu erzählen wo er war. Ein Streit entsteht zwischen den beiden, ein Skandal, woraufhin natürlich die verärgerte Hotelbesitzerin erscheint. In der Nacht erzählt Alois endlich, dass er in Österreich war, zum erzwungenen Vaterschaftstest seines Sohnes Thomas.

2- Ein Jahr später kommt Hedwig aus Frankfurt um Alois zu sehen. Die Frau vom Hotel (Gemma Salem) sagt ihr, er wäre ausgegangen um seine Essensmarken zu holen und würde nicht allzu lange wegbleiben. Sie erzählt ihr auch über Alois Leben nach der Scheidung. Der Freund kommt, er ist sehr aufgebracht und verärgert über Hedwig: die beiden hatten eine kleine Affäre miteinander und nun will sie nichts mehr von diesem Manne wissen. Aber er ist verliebt und droht Alois alles zu erzählen, wenn sie nicht einwilligt ihn zu heiraten. Hedwig lehnt ab. Alois kommt. Sie will ihn wiederhaben, aber er muss zu trinken aufhören. Ein sehr interessanter Dialog folgt, aber obwohl Alois sie auch noch liebt und obwohl er ihre gemeinsame Tochter Hilda vermisst, ist er sehr sarkastisch und lehnt ab. Als Hedwig geht, taucht der Freund auf und erzählt Alois ungehobelt, dass er sie besass. Alois schickt sie alle fort und verschliesst seine Tür (die Frau vom Hotel war in der Zwischenzeit wegen eines neuen Streits gekommen) und legt sich auf sein Bett mit einer Zigarette, im Radio spiel ein Fox-Trott, dazwischen hört man Kriegsnachrichten. Das Bett brennt.

Parallel dazu eine Szene, die zweimal vorkommt:
Alois wird zur Blutabnahme gezwungen, um seine Vaterschaft zu dem kleinen Thomas nachzuweisen.

Es beginnt mit einem Monolog von der erwachsenen Hilda (Mimi Kilinger)

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