"GEMMA’S SALON"


Eine Koproduktion mit Gemma Salem/Offenes Theater und DAS DORF

Konzept
DAS DORF präsentiert in Kooperation mit der international anerkannten Autorin, Schauspielerin und Regisseurin Gemma Salem unter dem Titel GEMMA’S SALON unterschiedliche Formate ihres künstlerischen Schaffens, in denen sie KünstlerInnen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens „einlädt“.

2011 sind drei Produktionen geplant. Im Februar/März 2011 steht Thomas Bernhard, dessen Gesamtwerk ihre Arbeit wesentlich geprägt hat, im Mittelpunkt.

Zweifellos hat Thomas Bernhard, der heuer am 9. Februar seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte, eine gesellschaftskritische Bedeutung in der Literatur und seine Aktualität ist in vielen politischen Fragestellungen ungebrochen. In den Salon-Abenden sollen nach den Vorführungen Gespräche mit dem Publikum über die jeweilige Thematik angeregt werden.

Zum Auftakt in GEMMA’S SALON I wird eine multimediale Performance mit Film, Gesang, Lesung, Musik und theatralischen Elementen in Deutsch erarbeitet. Dem Stück liegt das Buch „Thomas Bernhard et les siens“ zugrunde, in dem Gemma Salem Interviews mit Nachbarn, seinen Schauspielern und Menschen, die ihm nahe gestanden sind, niederschrieb.

In GEMMA’S SALON II steht ein Film über Thomas Bernhards unbekannten Vater auf dem Programm. Salems Theaterstück „Alois, der Taugenichts“ wurde in den Jahren 2001 bis 2006 auf unterschiedlichen Bühnen in Österreich, Deutschland und Slowenien aufgeführt. Im Zuge der Wiener Festwochen 2001 wurde das Stück von Gemma Salem aufgezeichnet und verfilmt.

Zum dritten Salonabend lädt Gemma Salem Persönlichkeiten wie Jesus, Schubert, Wittgenstein, Marilyn Monroe, Van Gogh, Picasso, Erik Satie, Marquerite Duras und viele Andere zu einem Zwiegespräch über die Liebe, den Tod, den Glauben, die Wahrheit, die Gleichheit, die Gerechtigkeit – deren Gegenteil und allzu Menschliches ein.
In diesem Projekt zeigt Gemma Salem ihr Multitalent als Schauspielerin, Sängerin und auch Tänzerin auf humorvolle Weise.

Alle 3 Produktionen sind Uraufführungen:

GEMMA’S SALON - PREMIERE
THOMAS BERNHARD und die Seinen URAUFFÜHRUNG
Freitag, 18. Februar – 20:00 Uhr

Nach dem gleichnamigen Buch von Gemma Salem „Thomas Bernhard et les siens“ (1993).
Gemma Salem hat Thomas Bernhard bereits zwei Bücher vor seinem Tod gewidmet, sowie Presseartikel, Radio- und Fernsehsendungen. Sein Tod war ein Schock für sie. Danach fing sie an, Menschen, die T. B. gekannt hatte, die von seinen Büchern lebten, die ihm nahe gestanden sind, den Bruder, die Schwester, Freunde und Nachbarn, seinen Mechaniker und Krawattenverkäufer, seine Schauspieler sowie seine deutschen, österreichischen und französischen Regisseure zu interviewen.

Alle sollten ehrlich auf eine einzige Frage antworten: Warum lieben Sie T. B.?
Oder, in manchen Fällen: Warum hassen Sie T. B.?
Manchmal sagen sie schreckliche Dinge über ihn, insbesondere, wenn sie sich in einem seiner Bücher angegriffen fühlten. Manchmal geben sie einen Einblick in eine unerwartete Seite seiner Persönlichkeit, sogar in sein Werk. Bestimmt sind die Aussagen immer subjektiv. Aber anhand ca. fünfzig dieser subjektiven Antworten konnte ein Abbild über die Vergangenheit gezeichnet werden, das der Wahrheit sehr nahe kommt. Ein drittes Buch von Gemma Salem mit diesen Interviews erschien 1995 und wurde in französischsprachigen Ländern mit enthusiastischen Kritiken bedacht.

An diesem Abend werden Originalaussagen von Zeitzeugen und Lesungen über einen der bedeutendesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts präsentiert sowie Filme über Ohlsdorf, Gmunden und Wien, Thomas Bernhards Aufenthaltsorte, gezeigt. Das tragikomische Interview mit Gerhard Lampersberg und seiner Frau wird wie ein kurzes Theaterstück gespielt. Musik und Lieder untermalen den Abend. Die Nähe Gemma Salems zu Thomas Bernhard und seine große Persönlichkeit wird deutlich zu spüren sein.

Gemma Salem
Gemma Salem Buch & Regie

Regisseurin und Autorin von 15 Büchern und 9 Theaterstücken, deren Liebe zu Thomas Bernhard und Franz Schubert beigetragen hat, dass sie seit 1991 immer mehr in Wien lebt, hat 1997 – unterstützt von zahlreichen renommierten Wiener Schauspielern – das „OFFENE THEATER“ gegründet.
Paris bleibt sie aber weiterhin beruflich und privat eng verbunden. « Thomas Bernhard und die Seinen » ist ihre 5. Produktion in Wien, nach « Einige Tage in Lebens des Monsieur Bulgakow» (1999 Theater Brett), « Alois, der Taugenichts » (2001 bis 2006, Theater des Augenblicks, Theater Drachengasse, Theater Center Forum, Tournee in Berlin, Hallein und Ljubljana), die « Wiener Dramolette » (2007, Eröffnung Bezirksfestwochen Neubau und Theater Center Forum) und « Der gute Misanthrop » (2008, Theater Center Forum).


Die Darsteller

Franz Weichenberger
Franz Weichenberger

Schauspielstudium an der Anton Bruckner Universität in Linz, Engagments u.a. Linzer Landestheater, Tiroler Landestheater, Festspielhaus Bregenz, Linz und Wien. Neben Rollen fürs Fernsehen Mitwirkung auch an mehreren Österreichischen Kinofilmen und hier unter anderem mit den Regisseuren Barbara Albert oder dem für den Auslands Oskar nominierten Götz Spielmann gearbeitet. Dazu kommen noch einige eigene Inszenierungen in Wien.


Lotte Loebenstein
Lotte Loebenstein

Engagements u.a. am Schauspielhaus, Theater der Jugend, Theater Brett, Echoraum, Kulisse, Künstlerhaus, Konzerthauskeller, Theater Scala... Und am Landestheater Bregenz, Theater am Mirabellplatz Salzburg, Ringtheater Zürich, Stadttheater Mödling. Diverse Film- und Fernsehrollen, z.B. in Muttertag, Karambolage, Black Flamingos, Geboren in Absurdistan, Kaisermühlenblues, Julia, Schlosshotel Orth, Soko Donau u.a.

Rudolf Katzer

Seit vielen Jahren in der freien Theaterszene als Darsteller, Performer und Sänger tätig. Lange Ensemblemitglied des Jedweden Küchenchors, Engagements bei Ruben Fraga, CRG-Theater, u.a.

Technik

Lotte Loebenstein
Maximilian Rogl

Techniker für Großprojekte (Informatik und Kunst). Programmierer für Internationale Unternehmen. Technischer Assistent der Künstlerin Mary Kamau. Technische Assistenz/Licht und Ton bei Offenes Theater/Gemma Salem "Wiener Dramolette", Bezirksfestwochen Neubau 2007 und Theater Center Forum Wien.

Das Buch
THOMAS BERNHARD ET LES SIENS (1993, 2005, La Table Ronde)
ist das siebente Buch von Gemma Salem und wurde für den Medicis-Preis 1993 für französische Literatur nominiert.

Pressestimmen
«Gemma Salems Hingabe geht einher mit derartiger Klugheit, derartigem Humor und, recht oft, derartiger Grausamkeit, dass dieses Buch auch ein posthumes Werk von Thomas Bernhard sein könnte, vielleicht ein letztes Epitaph – gesandt vom Himmel.»
Télérama, April 1993

«Erheiternde aber kränkende Seiten, die direkt aus dem Universum Thomas Bernhards zu kommen scheinen.»
Libération, April 1993


GEMMA’S SALON II
ALOIS, DER TAUGENICHTS (FILM-URAUFFÜHRUNG)
Freitag, 25. März – 20:00 Uhr

In GEMMA’S SALON II steht ein Film über Thomas Bernhards unbekannten Vater auf dem Programm. Salems Theaterstück „Alois, der Taugenichts“ wurde in den Jahren 2001 bis 2006 auf unterschiedlichen Bühnen in Österreich, Deutschland und Slowenien aufgeführt. Im Zuge der Wiener Festwochen 2001 wurde das Stück von Gemma Salem aufgezeichnet und verfilmt. An diesem Abend wird der Film erstmals vor Publikum präsentiert und anschließend lädt die Dame des Salons zum Gespräch ein.

Wer ist mein Vater?
Diese Frage ist Gegenstand in beinahe sämtlichen Büchern von Thomas Bernhard.
Das Einzige, das T.B. über seinen Vater wusste war sein Name, Alois Zuckerstätter und dass er ein „Taugenichts“ war. Erst als sich ein Bewunderer T. B.s, Prof. Louis Huguet – Stammbaumforscher und Professor an der Universität von Perpignan – entschied, mehr über T. B.s Vater, Alois Zuckerstätter, in Erfahrung zu bringen, kam Licht in dessen Vergangenheit. Nach acht Jahren Recherche wollte Prof. Huguet sein tausend Seiten umfassendes Skript Bernhard überreichen und ihm mitteilen, dass er in Frankfurt an der Oder eine Halbschwester habe, doch da war es zu spät: Thomas Bernhard war gestorben.

Gemma Salem hatte drei Bücher über T.B. in Frankreich publiziert und setzte sich mit der Tochter von Alois Z. in Verbindung, welche erst durch den Tod ihres Halbbruders von dessen Existenz erfuhr.

Sie schrieb dieses Stück als letzten Gruß an Thomas Bernhard. Die Uraufführung im Februar 2001, im Theater des Augenblicks / Wien, fand zu Ehren von T.B's 70. Geburtstag statt.

Alois Zuckerstätter
Alois Zuckerstätter, 1939

„Alois, der Taugenichts“ ist nicht bloß ein Stück über die Persönlichkeit dieses Mannes, es ist ein Stück über den richtigen Weg Bestimmung anzunehmen und über die Freiheit. Alois war ein freier Mann, der immer das tat und sagte was er wollte, trotz Armut, Einsamkeit und schwerem Alkoholismus. Er war ein Künstler mit dem dazu nötigen Mut. Die Freiheit ist die notwendige Basis für den Weg zur Kunst.

„Alois, der Taugenichts“
Buch, Regie: Gemma Salem
2010, s/w, 80 Minuten

GEMMA’S SALON III
GEMMA UND DIE GROSSEN GEISTER (URAUFFÜHRUNG)
”From this one to that one … “
Freitag, 14. Oktober – 20:00 Uhr

Im dritten Salonabend lädt Gemma Salem Persönlichkeiten wie Jesus, Schubert, Wittgenstein, Marilyn Monroe, Van Gogh, Picasso, Erik Satie, Marquerite Duras und viele Andere zu einem Zwiegespräch über die Liebe, den Tod, den Glauben, die Wahrheit, die Gleichheit, die Gerechtigkeit – deren Gegenteile und über allzu Menschliches, wie Trinken, Essen, Liebe machen, etc. ein.

In diesem Projekt zeigt Gemma Salem ihr Multitalent als Schauspielerin, Sängerin und auch als Tänzerin auf sehr unterhaltsame Weise.

Gemma SalemNenad Vasilic
Der Kontrabassist Nenad Vasilic begleitet sie in dieser wilden Stunde....

Veranstaltungsort:
DAS DORF
1030 Wien, Obere Viaduktgasse 2
Reservierungen:
01-2082650 od. das.dorf@gmx.at
www.dasdorf.at



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